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Nepomurks

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Eine tolle, unglaublich spannende und packende Fortsetzung...

Giants - Zorn der Götter: Roman (Giants-Reihe 2) - Marcel Häußler, Sylvain Neuvel

Giants - Zorn der Götter: Roman (Giants-Reihe 2) - Sylvain Neuvel,Marcel Häußler 

 

 

Sylvain Neuvel legt mit „Giants – Zorn der Götter“ (erschienen im Heyne-Verlag) nun endlich den von mir lang ersehnten 2. Teil seiner Giants-Reihe vor. Eine Fortsetzung, die es wirklich in sich hat! Außerirdische Roboter greifen ganz offensichtlich die Welt an. Es gibt Tote, sogar sehr viele Tote – und ein altbekanntes Team, das an einer schnellen Lösung des „Konfliktes“ arbeitet und alles daran setzt, dass die Weltbevölkerung diesen Angriff überlebt.. Doch werden ihnen die „Aliens“ mit ihrer evolutionären Überlegenheit zuvorkommen? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, dem Tod zu entrinnen?! .... 

Auch wenn es sich um einen Fortsetzungs-Roman handelt, kann man das Buch meiner Meinung nach sehr gut ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Roman „Giants – Sie sind erwacht“ (ebenfalls Heyne-Verlag) lesen. Jedoch war das erste Buch bereits derart spannend, dass sich die Lektüre jederzeit lohnen dürfte!
Der zweite Teil, „Giants – Zorn der Götter“ gliedert sich wieder in sogenannte Files: Notizen der einzelnen Protagonisten, Gesprächs- und Verlaufsprotokolle, Tagebucheinträge, etc.. Kapitel also einmal anders! Eben diese Aufteilung macht den Verlauf der Roman-Reihe wahnsinnig spannend. Man wechselt als Leser ständig die Perspektiven und Schauplätze und wird dadurch immerzu auf den aktuellsten Stand der Entwicklungen gebracht, oftmals mit einer gewissen Vorschau. Die Story, den Verlauf und die Beschreibungen fand ich dabei ziemlich authentisch, auch wenn meine Vorstellungskraft bei den gigantischen Robotern manches mal arg beansprucht wurde. Ich fand die Fortsetzung der Geschichte inhaltlich extrem gut und durchgängig fesselnd, sogar fast ein wenig "dystopisch". Die Protagonisten (ebenfalls bekannt aus Teil 1) wirken mit ihren Dialogen, sowie als Figuren innerhalb der Verläufe eigentlich durchweg reell. Zudem gibt es bezüglich der Charaktere doch einige sehr gelungene (und teils auch durchaus positive) Überraschungen. Man darf definitiv gespannt sein... Einzig das Ende des Romans, welches zwar gut passte, hätte meiner Meinung nach noch etwas ausführlicher ausfallen können. 

Insgesamt ein absolut tolles Buch - irgendwo zwischen Dystopie und Science-Fiction! Dabei rasant, packend und durchgängig spannend.. Ich hatte es wieder viel zu schnell ausgelesen und würde es jederzeit weiterempfehlen! 5 Sterne.

Sicherlich lesenswert und für manchen Leser sehr interessant, aber leider nicht ganz mein Fall...

Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist: Woher wir wissen, wie wir fühlen und denken - Matthias Eckoldt

Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist: Woher wir wissen, wie wir fühlen und denken - Matthias Eckoldt 

 

Matthias Eckoldt unternimmt in „Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist“ (erschienen im Pantheon Verlag) eine Zeitreise, begonnen bei den alten Griechen bis hin zur Neuzeit. Immer im Fokus das menschliche Gehirn und seine Funktionsweisen in jeglichem Blickwinkel.
Mich hat Cover des Buches sofort angesprochen und ich habe mich ein wenig von dem Untertitel „Woher wir wissen, wie wir fühlen und denken“ leiten lassen. Das Buch selber handelt aber tatsächlich immer vom entsprechenden epochalen Wissen zu Aufbau und Funktionsweise des menschlichen Hirns und der Bedeutung des menschlichen Geistes. Eckoldt stellt in chronologisch fortlaufender Form und in entsprechenden Kapiteln sehr eindrücklich dar, wann welches Wissen in der "Hirnforschung" erlangt wurde und wie sich das Forschen nach neuen Erkenntnissen in diesen Bereichen zu bestimmten Zeiten in der Vergangenheit entwickelte. Der Schreibstil ist dabei sehr eingängig und alle Inhalte sind durchweg gut verständlich beschrieben. Das Buch wirkt dabei eher wie eine Zeitreise durch die Geschichte, immer im Plauderton mit Blick auf die neurologischen Entdeckungen. Die Schilderungen waren dabei zwar stellenweise interessant, aber für mich doch nicht unbedingt fesselnd oder besonders spannend. Insbesondere die Darstellungen aus den Zeiten der Antike konnten mich nicht sonderlich einnehmen. Ein wenig besser wurde es, je näher man sich an die neuzeitlichen Erkenntnisse herantastete. Doch auch hier konnte mich das Buch nicht mehr wirklich mitreißen. Vielleicht lag es ein wenig an meinen falschen Erwartungen an dieses Buch..
Sicherlich finden sich für „Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist“ begeisterte Leser. Meins war es leider nicht so sehr. Stellenweise interessant, aber im Ganzen für meinen Geschmack nicht besonders überzeugend.. Sehr schade! Trotzdem lesenswert und dafür 3 Sterne.

Ein wirklich umfassendes, informatives und spannendes Buch! Absolut lesenswert..

Die Intelligenz der Bienen: Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können - Randolf Menzel, Matthias Eckoldt

Die Intelligenz der Bienen: Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können - Randolf Menzel,Matthias Eckoldt 

 

„Die Intelligenz der Bienen“ von Randolf Menzel und Matthias Eckoldt (erschienen im Knaus Verlag) ist wahrlich ein äußerst umfassendes und informatives Fachbuch. Beim ersten Blick, den ich in dieses Buch warf, war ich beinahe ein wenig schockiert über die Dichte und Menge der Informationen. Die beiden Autoren lassen bei ihren Ausführungen wohl wirklich kaum ein Thema aus und erklären, erörtern, definieren und beschreiben anhand vielfältiger und teils recht ausgeklügelter Versuchsergebnisse alle denkbaren Merkmale von Bienen. Viele bildliche Darstellungen ergänzen die gesammelten Inhalte. Man muss dem Thema sicherlich ein wenig zugetan sein, um sich durch dieses umfangreiche und kompakte, aber auch unglaublich tolle Buch zu „arbeiten“. 
Der Schreibstil ist eingängig, auch wenn viele 'fachliche Fremdwörter' zum Einsatz kommen. Diese werden recht gut erklärt, doch sollte der Leser zudem grundsätzlich bereit sein, das eigene Wissen mit und durch das vorliegende Gesamtwerk zu bereichern. 
Es sind erstaunliche Erkenntnisse und Einblicke, die Randolf Menzel und Matthias Eckoldt in ihrem Buch bieten. Manches wirkt überraschend und in der Menge lassen die zusammengetragenen Informationen die Bienen und Bienenvölker zu kleinen Wunderwerken der Natur werden. Über im Schlaf lernende und träumende Bienen, den Bienentanz und hochgradiger Duft-Verarbeitung bei Bienen erfährt man derart viele Dinge, dass man sich wohl nach Beendigung dieses Werkes selbst schon fast als „Bienenkenner“ bezeichnen darf. Mir hat es sehr gut gefallen! 
„Die Intelligenz der Bienen“ ist meiner Meinung nach kein Buch, das man kurz nebenher oder einfach nebenbei zum Vergnügen lesen kann. Dazu ist die Informationsdichte sicherlich zu hoch. Doch es ist sehr lohnenswert, sich daran zu begeben und zu erfahren, wie die Bienen, die so unglaublich wichtig für den Menschen sind, leben und überhaupt „ticken“. Für jeden "Bienen-Fan" wird dieses Buch vielfach neue Erkenntnisse und sehr viele überraschende Fakten bringen. 
Wahnsinnig spannend, sehr informativ und absolut lesenswert!

Deshalb 5 Sterne.

Ein sehr gutes Buch zum Thema Hochsensibilität und Hochbegabung. Interessant und aufschlussreich!

Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten - Corinna Kegel

Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten - Corinna Kegel 

 

 

Corinna Kegel ist nicht nur Autorin, sondern auch Coach und Trainerin für High Potentials, Hochbegabte und Hochsensible. Mit „Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten“ legt sie nun ein umfassendes, wie auch erklärendes Buch vor über die recht speziellen Wahrnehmungsstrukturen, Verhaltens- und Denkweisen von hochsensiblen und / oder hochbegabten Menschen. Detaillierte Erläuterungen und diverse Fall-Beispiele bieten einen guten Überblick über die „Andersartigkeit“ besagter Menschen.
Die Eigenheiten von Hochsensibilität und Hochbegabung schienen mir hier auch überwiegend gut dargestellt, erklärt und zusammengefasst. Alle wichtigen Bereiche werden aufgeführt und abgehandelt. Der Schreibstil ist dabei sehr eingängig und das Buch durchweg flüssig lesbar. Inhaltlich ist das Buch nach Themenkomplexen sortiert und beschäftigt sich nach und nach mit allen Merkmalen, was mir persönlich sehr gut gefiel. Man kann sich somit auch nur einzelne Themenblöcke heraussuchen und diese für sich stehend lesen. Gut gelöst fand ich zudem, dass die Stärken in der Darstellung neben den Schwächen der betroffenen Menschen gleichauf stehen und beiden Seiten viel Wertschätzung entgegengebracht wird, somit nicht nur die oft diskutierten „Schattenseiten“ aufgegriffen werden.
Doch manche Schlussfolgerung der Autorin, häufig bezogen auf das weitergehende Empfinden von Hochsensiblen und Hochbegabten, schienen mir nicht immer ganz korrekt und manches Mal ein wenig spekulativ. Bei der Wortwahl hätte ich mir zudem an einigen Stellen eine etwas weniger „kitschig wirkende“ Sprache gewünscht. Denn spätestens wenn der Begriff „Hellsichtigkeit“ fällt, wird sich kaum ein „normal Wahrnehmender“ das vernichtende Lächeln über die Inhalte des doch sehr ansprechenden Buches verkneifen können.
Ansonsten aber ist „Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten“ ein sehr interessantes, aufschlussreiches und gut strukturiertes Buch, dem der Versuch, Hochsensibilität und Hochbegabung mit all den dazugehörigen Auswirkungen und Facetten niveauvoll zu erklären, absolut gelungen ist! Deshalb 4 Sterne.

Ein tolles Buch mit vielen interessanten Denkanstößen, jedoch stellenweise wirklich sehr "religiös"!

Berge sind stille Meister: Spirituelle Begleitung auf dem Weg durchs Gebirge - Knut Waldau, Helmut Betz Berge sind stille Meister: Spirituelle Begleitung beim Weg durchs Gebirge - Knut Waldau, Helmut Betz

Berge sind stille Meister: Spirituelle Begleitung auf dem Weg durchs Gebirge - Knut Waldau,Helmut Betz 

 

„Berge sind stille Meister - Spirituelle Begleitung auf dem Weg durch die Berge“ von Knut Waldau und Helmut Betz aus dem Kösel-Verlag. Spiritualität, Religion und Tradition sind wohl seit jeher untrennbar mit den Bergen verbunden. Die Bewohner vieler Bergregionen wahren ihre alten Bräuche, ihre Sagen und sind selbst in der heutigen Zeit noch stark Gott verbunden. Im vorliegenden Buch werden viele dieser Inhalte aufgegriffen und herausgestellt. Es bietet zudem interessante Gedanengänge, Anregungen, Gedichtspassagen, Ratschläge und auch einige Tourenvorschläge, sowie viele Fotos und Darstellungen. Mir ist das Buch zunächst durch das, wie ich finde, sehr gelungene Cover und eine vielversprechende Inhaltsvorschau aufgefallen. Zwar haben mich zu Anfang noch einige recht religiöse Passagen und Psalmen verschreckt, doch es hat sich selbst für mich, die persönlich überhaupt keinen Bezug zu Religion hat, sehr gelohnt das Buch zu Ende zu lesen. Es umfasst im Verlauf viele beinahe philosophisch anmutende Inhalte, denen ich oftmals nur zustimmen konnte und deren Kernaussagen ich als ziemlich treffend ansehe. Ich habe mich beim Lesen dabei nicht so sehr auf die „religiösen“ und allzu „spirituellen“ Inhalte fokussiert, sondern mich eher von den Anregungen und Beiträgen tragen lassen. Schlichte Folgerungen, die sich teilweise gegen den mehr und mehr aufkommenden, stark touristisch geprägten „Bergkonsum“ richten und dagegen die Berge wieder als ein schroffes, aber auch bezauberndes Naturphänomen zurück in den Fokus der menschlichen Wahrnehmung setzen wollen. „Eins werden mit der Natur und mit sich“ lautet hier recht wohl grob betrachtet das Motto. Die Autoren versuchen dabei nicht zu belehren oder zu bekehren, sondern lenken das Augenmerk mit ihrem durchweg eingängigen Schreibstil auf eine Art „Genusspfad“. Der Blick soll sich wieder auf die Schönheiten der kleinen Dinge richten, nicht auf Seilbahn, Hütte und Tour – Selbstfindung ist erwünscht. Somit lauten auch einige der Unterkapitel „Ankunft und Aufbruch, Aufstieg, Atmen“. Waldau und Betz gehen hier ganz treffend auf die körperlichen Prozesse während eines Wandertages ein. Die eigene Wahrnehmung und ein Eintauchen in die Bergwelt werden dabei immer wieder hervorgehoben. „Der Weg ist das Ziel“. Derartige, sehr schlicht wirkende Aussagen füllen dieses Buch und werden immer wieder ergänzt durch Passagen aus bekannten Texten, lyrische Zitate und wundervolle Bergpanoramen. Das Buch schafft es schon bei der Lektüre eine gewisse Ruhe auf den Leser zu übertragen und versetzt beinahe in einen meditativen Zustand. Soviel zunächst zum ersten Teil des Buches. Im 2. Drittel widmen sich Waldau und Betz gar einigen Tourenvorschlägen und praktischen Hilfestellungen, auch für Gruppenführer. Hierzu muss ich sagen, dass ich die Mehrtagestouren für nicht erfahrene ‚Berggeher und -wanderer‘ als beinahe ungeeignet betrachte. Sicherlich ist die Selbsterfahrung und das „Einswerden“ mit der Bergwelt fernab von den üblichen Wanderwegen intensiver und erlebnisreicher – und immer zu empfehlen. Doch (wie die Autoren selbst mit einem sehr passenden Messner-Zitat schon anmerken) birgt die Höhe und der entlegenere Bergpfad (wenn man ihn denn als solchen überhaupt noch erkennen kann) auch große Gefahren, die man nicht außer Acht lassen darf und unbedingt berücksichtigen sollte. Im Ganzen betrachtet ist das Buch somit wohl ein wenig verklärend und durch die „spirituelle“ Note nicht immer absolut realistisch, sogar in der Summe eher ziemlich ‚verträumt‘. Man darf leider bei aller „Bergträumerei“ und Selbstfindungsprozesse nicht vergessen, beim nächsten Aufenthalt in den Bergen die Augen offen zu halten und trotz „Genussreise“ auf seine direkte Umgebung zu achten hat. Denn: Die Berge verzeihen keine Fehler! Man bedenke zudem für die praktische Umsetzung des Buches: Berge sind manches Mal alles andere als „ruhig“ oder "still". Wer einmal über Nacht in den Bergen war, wird wissen, was ich meine: Wasserläufe, Steinschläge und die Tierwelt – das alles verursacht in den Bergen einen sehr natürlichen „Krach“.. Dieser Kontext geht im Buch meiner Meinung nach ein wenig unter.. ;) Nichtsdestotrotz hat sich die Lektüre wirklich sehr gelohnt. „Berge sind stille Meister“ ist meines Erachtens ein tolles Gesamtpaket und es ist absolut lesenswert. Deshalb gute 4 Sterne.

 

 

Ein tolles und äußerst informatives Buch, das zum Mit- und Nachmachen einlädt!

Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt: Die wunderbare Welt der Alltagsphysik - Aeneas Rooch

 

https://www.lovelybooks.de/autor/Aeneas-Rooch/Rubbel-die-Katz-oder-wie-man-Wasser-biegt-1237525707-w/

 

Mit „Rubbel die Katz – oder wie man Wasser biegt“ legt Aeneas Rooch (Heyne Verlag) ein tolles und vor allem wahnsinnig informatives Buch vor, in dem er manch physikalischem Phänomen auf die Spur geht. Mit dem Untertitel „Die wunderbare Welt der Alltagsphysik“ wird der Inhalt eigentlich auch schon auf den Punkt gebracht. Der Autor beschreibt in seiner Sammlung die Hintergründe so mancher bekannten Alltagserscheinung, über deren Entstehung man sich vielleicht sogar selber schon irgendwann einmal den Kopf zerbrochen hat. Neben der Frage, wie sich Wasser biegen lässt, geht es z.B. auch darum, warum der Himmel blau erscheint, sich Smartphones mit einer Bockwurst bedienen lassen, Sekt „perlt“ und Schnee immer weiß und nicht bunt ist.. Zu jedem Phänomen wird im Buch ein Beispiel, die entsprechende physikalischen Herleitung oder Grundlage samt ausführlicher Erklärung geliefert. Die eigentlichen Erläuterungen sind dabei gut verständlich und recht konkret, manchmal zum besseren Verständnis mit leicht ausschweifenden Beschreibungen versehen. In thematische Kapitel unterteilt, bietet das Buch außerdem immer die Möglichkeit, alle Phänomene selbst noch einmal experimentell nachzustellen und selber auszuprobieren! Teils wirklich überraschend, manches Mal auch ganz schlicht, aber letztlich doch immer witzig! Das dürfte selbst Kindern und Jugendlichen gut gefallen, ist aber definitiv auch für jeden Erwachsenen ein sehr interessantes Detail. Mir gefielen die Inhalte eigentlich durchweg sehr gut und ich habe alle Kapitel neugierig durchforstet, wenn auch manchmal das eine mehr als das andere. Doch durch den eingängigen und lockeren Schreibstil „arbeitet“ man sich mit viel Spaß durch dieses Buch und ist vielleicht sogar enttäuscht, wenn man am Ende angelangt ist! Mir hat das Gesamtpaket absolut gut gefallen, deshalb 5 Sterne.

Ein sehr interessantes und informatives Buch, das absolut lesenswert ist!

Unsere Vögel: Warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können - Peter Berthold

 

Peter Berthold legt in seinem neuesten Werk "Unsere Vögel" äußerst anschaulich dar, wie schlecht es gegenwärtig um den weltweiten Vogelbestand steht. Es wird bereits nach den ersten gelesenen Seiten deutlich, dass diese Entwicklung ein schon länger andauernder Prozess ist, dessen Ausmaße sich jedoch insbesondere in den letzten Jahrzehnten drastisch verschärft haben. Als anerkannter Ornithologe und Forscher auf dem Gebiet der Vogelkunde behandelt Peter Berthold das Thema nicht plakativ, sondern schildert die Inhalte anhand vieler Beispiele und diverser statistischer Erkenntnisse oder Belege sehr eindringlich und gut verständlich für jeden Laien. Die Artenvielfalt scheint bedroht und vielmehr noch der Fortbestand einzelner Vogelgattungen. Berthold beschreibt mahnend und doch immer sachlich die Auswirkungen dessen, wenn die Vogelpopulation weiterhin derart drastisch abnimmt. Dabei blickt er auch auf die Einflussnahme der Landwirtschaft und Bebauungsmaßnahmen der Städte, auf veränderte Lebensweisen, Anpassungen an die jeweiligen Lebensräume, sowie die Problematiken, die durch die, bzw. mit der Technisierung der menschlichen Arbeitsweise für die Vögel einhergehen. Zudem gibt Peter Berthold dem Leser noch diverse Möglichkeiten mit auf den Weg, wie jeder Einzelne im Grunde dazu beitragen kann, den rasanten und anhaltenden Abbau des Populationsbestandes der heimischen Vögel aufzuhalten.

Man muss dieses Buch wohl auf sich wirken lassen und stellenweise auch die statistischen Angaben (z.B. die nüchternen Zahlen) und Inhalte erst einmal „verdauen“. Alles in allem ist „Unsere Vögel“ jedoch ein wirklich informatives, sehr interessantes und durchaus auch schockierendes Buch, das daran erinnert, wie zerbrechlich und vergänglich unsere Vogelwelt doch letztlich ist! Absolut lesenswert, deshalb 5 Sterne.

Eine packende Geschichte mit viel Tiefgang..

Museum der Erinnerung - Anna Stothard, Kathrin Bielfeldt
 

Anna Stothard legt mit ihrem neuesten Buch „Museum der Erinnerung“ einen unglaublich intensiven, berührenden, aber doch auch ziemlich verstörenden Roman vor. Es dreht sich um Schuld und Trauer, Liebe und Hass, aber auch um Wut und Flucht.. Eine Beziehung, die eigentlich beendet schien, wirft ihre Schatten der Vergangenheit in die Gegenwart und somit auch auf die Protagonisten dieses sehr emotionsreichen Romans.

Cathy, Tom und Daniel sind die eigentlichen Hauptprotagonisten der Erzählung. Doch spielt auch Daniel‘s verstorbener Bruder Jack in der Retrospektive eine nicht minder wichtige Rolle. Der Plot dreht sich um die Beziehung dieser Charaktere und um Geschehnisse, die weit zurück in deren gemeinsamer Vergangenheit liegen. Es entspinnt sich nach und nach ein Drama um einige Schlüsselszenen und atmosphärisch könnte es wohl kaum packender und dichter sein. Der Schreibstil ist durchweg sehr eingängig und die Geschichte bleibt eigentlich recht unaufgeregt und ruhig – trotz brisanten Inhalts. Spannend bleibt es, weil sich unablässig neue Wendungen, spannende Offenbarungen und teilweise beklemmende Enthüllungen ergeben. Die Figuren sind meiner Meinung nach ziemlich authentisch dargestellt, auch wenn ich mit den Charakteren und deren Eigenheiten erst warm werden musste. Anna Stothard verpasst ihren Figuren markante charakterliche Eigenschaften und hat hier meiner Meinung nach außerordentliches Feingefühl bewiesen, diese so schlüssig in den eigentlichen Kontext einzuarbeiten. Vieles wirkt zunächst schroff oder wirr, fügt sich aber zum Ende hin zusammen. Zur eigentlichen Geschichte habe ich persönlich nicht sofort direkten Zugang gefunden und bin anfangs noch ein wenig unschlüssig gewesen wegen der Intentionen und Hintergründe der Figuren. Doch alles wird nach und nach im Verlauf schlüssig und der Roman ist auch durchweg wirklich gut zu lesen. Viele Metaphern und tiefgründige oder auch doppeldeutige Phrasen und Textstellen bereichern den Roman ungemein. Und trotz aller Voraussicht schließt der Roman auf überraschende Weise!

Anna Stothard versteht es meiner Meinung nach, den Leser mit dieser Erzählung bis zur allerletzten Seite zu fesseln. Ein bedrückender, tiefsinniger und letztlich schöner Roman, der sicherlich noch einige Zeit bei mir nachklingen wird! Mich konnte das Buch jedenfalls von der ersten Seite an begeistern und ich würde es uneingeschränkt weiterempfehlen! 5 Sterne.

Mit diesem Buch und ein wenig Sport dürfte dem Muskelaufbau wohl nichts mehr im Wege stehen! Topp..

Strongfood - Das Kochbuch - Wer Muskeln will, muss richtig essen. - Wissenschaftlich entwickelte Rezepte für Muskelaufbau und Ausdauer (Fitness & Gesundheit BJVV) - Ingo Froböse

 

Prof. Dr. Ingo Froböse hat nun mit seinem neuesten Werk „Strongfood – Das Kochbuch“, in Zusammenarbeit mit der Diplom-Ökotrophologin Heike Lemberger ein spezielles Kochbuch zum Thema Muskelaufbau bei Ausdauer- und Kraftsport konzipiert („Wer Muskeln will, muss richtig essen“).


Froböse, Autor und Hochschulprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln, geht zunächst ausführlich auf die wichtigsten gesundheitlichen und wissenschaftlichen Aspekte für Muskelaufbau, bzw. der Erhöhung von Ausdauer und Kraft ein. Sprachlich ist das Buch durchweg gut verständlich und man kann allen Ausführungen, selbst den "wissenschaftlich geprägten" bestens folgen. Die eingangs im Buch dargestellten Tabellen zur Übersicht des unterschiedlichen Energieverbrauchs bei verschiedenen Sportarten (und Mann / Frau) sind kurz gehalten und dazu auch für den Laien absolut logisch. Nach dieser ersten Einleitung widmet sich Prof. Dr. Froböse den thematisch gängigsten Fragestellungen, erläutert Problematiken und gibt weitere aufschlussreiche Hinweise, bevor es dann auch schon mit den ersten Rezepten losgeht. Aufgeteilt ist das Buch, grob betrachtet, in Kraft- und Ausdauersport, bzw. chronologisch in: „Vor dem Training“, „Nach dem Training“ und „Rekonvaleszensphase“, bzw. „Snacks für Zwischendurch“. Die Rezepte sind zudem jeweils mit dem entsprechenden Symbol versehen (Kraft / Ausdauer) und bieten zu jeder entsprechenden Tageszeit vielfältig kalte wie warme Rezepte, sowie einfache und etwas aufwendigere Mahlzeiten. Die Rezepte selber wirken durchweg überschaubar und gut umsetzbar, auch wenn sicherlich die ein oder andere Mahlzeit nicht jedem Geschmack entsprechen dürfte. Gesunde Küche, viel „Gemüse“ und zielgerichtete Zubereitung, aber trotzdem äußerst schmackhaft – das war mein erster Gedanke als ich das Buch zum ersten Mal durchgeblättert habe. Und bei dieser Meinung bin ich auch nach einigem Aus- und Herumprobieren geblieben. Die im Buch dargestellten Rezepte scheinen sehr abwechslungsreich und ausgewogen, können außerdem zum Teil auch "flott zwischendurch" und schnell zubereitet werden, was mir ganz gut gefällt (hat man doch nicht immer Zeit, aufwendig zu kochen). Viele Grafiken, bzw. Bilder runden das Gesamtpaket noch ab. Das möglicherweise einzige Manko dieses Buches: Man hat ggf. nicht immer alle Zutaten gleich zur Hand (z.B. Lupinen). Im Großen und Ganzen sind die Rezepte aber wirklich schlicht und überschaubar sowie die Zutatenlisten aus gängigen Lebensmitteln und Gemüsesorten zusammengestellt.
Abschließend findet sich im Buch auch noch eine gute Übersicht, bzw. ein Index, in dem alles passenderweise noch einmal aufgelistet wird.
 
Ob nun „fleischreich“ oder vegetarisch, Burger, Dips, Wraps und vollständige „Mahlzeiten“, oder auch schlichte Kanapees, Süppchen und Shakes. „Strongfood“ bietet wohl ein sehr vielfältiges Programm, mit vielen Hinweisen und Tipps, sowie jeder Menge Rezepte für jeden Geschmack und Bedarf! Vor allem aber ist dieses Kochbuch ein toller Begleiter, um möglichst gesund und natürlich (mit entsprechender Bewegung) Muskeln aufzubauen! Mir gefällt es inhaltlich, bzgl. Aufbau wie auch thematisch sehr gut, deshalb ganz klar: 5 Sterne.

 

 

 Der Trick - Emanuel Bergmann

 

Ich habe selten, vielleicht noch nie ein derart gelungenes Debüt eines Autors gelesen! „Der Trick“ von Emanuel Bergmann ist ein fulminanter Roman über Illusionen, das Leben, die Umrisse der Geschichte und vor allem aber über das Leben und wohin es jeden führt. Thematisch vielleicht nichts Neues. Aber es steckt so viel Wortwitz, Ironie und Raffinesse in dieser Erzählung, dass man beim Lesen schlichtweg eingefangen wird. Ein grandioses Buch!
Man liest also von den Jungen Mosche Goldenhirsch und Max Cohn. Mosche, geboren in Prag vor dem Ersten Weltkrieg und unter erschwerten Bedingungen ins Leben gestartet, vermeintlicher Sohn des Rabbis Laibl Goldenhirsch und seiner Frau Rifka. Max Cohn, hineingeboren ins 21. Jahrhundert, Sohn moderner, ebenfalls jüdischer Eltern in einer typisch gegenwärtigen amerikanischen Kleinstadt. Wie diese beiden Figuren aufeinanderstoßen soll hier nicht verraten werden. Nur, dass sich aus der Konstellation dieser beiden Charaktere eine herrlich amüsante, trotzdem tiefgründige, teils irrsinnig ironisch anheimelnde und traurige Geschichte ergibt, die nicht nur die Biografie des Hauptprotagonisten, sondern auch die Weltgeschichte – insbesondere das Dritte Reich – aus verschiedensten Perspektiven betrachtet und einen eigenartig neuen Blick auf diese Zeit schafft. Eine Geschichte, die demnach vordergründig von zwei Jungen handelt und zwei unterschiedliche Erzählstränge gekonnt ineinander fließen lässt. Abwechselnd erleben wir die verschiedenen Blickwinkel aus der Vergangenheit und Gegenwart. Die Szenen aus der Vergangenheit beginnen in Prag um 1900 und schreiten voran bis zur Gegenwart, immer mit Bezug auf die biografischen Stationen und Erlebnisse des Mosche Goldenhirsch. Der gegenwärtige Teil der Geschichte, mit durchgängigem Schauplatz in den USA, handelt dagegen vorwiegend von Max Cohn, dem zweiten und ziemlich verzweifelten Hauptprotagonisten dieses Romans. Besonders gefiel mir dabei der Stil, die beiden Erzählstränge inhaltlich wie zeitlich aufeinander zulaufen und am Ende aufeinander treffen zu lassen. Mosche's Leben nähert sich mehr und mehr der Gegenwart, Max blickt dagegen Stück für Stück zurück in die Vergangenheit. Diese konträre Erzählweise versorgt den Leser nach und nach mit spannenden, überraschenden und wichtigen Details aus den Leben aller Protagonisten, ergänzt immer weiter die Puzzle-Steine für das Gesamtbild. Emanuel Bergmann hat diese Erzählweise, wie ich finde, in seinem Roman in perfekter Art umgesetzt und fasziniert zudem mit wort- wie bildgewaltigen Inhalten. Sprachlich bleibt es dabei durchweg recht unaufgeregt, aber die Darstellungen strotzen trotzdem vor atmosphärischer Dichte, Aufregung und teils auch gefahrvoller Umrisse. Das Buch bringt den Leser zum Lachen, Nachdenken und vielleicht sogar zum Weinen. Mich hat es zutiefst berührt!
Ich kann dieses Buch nur empfehlen und hoffe sehr, dass es viele Leser gewinnen wird. „Der Trick“ - bisher mein absolutes Highlight in 2016 und mindestens 5 Sterne wert!

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells 

 

Benedict Wells beschreibt in „Das Ende der Einsamkeit“ eine sehr berührende und tiefgründige Geschichte eines Geschwistertrios, dessen Leben sich nach dem plötzlichen Unfalltod der Eltern schlagartig ändern wird. Noch Kinder, doch gezwungen von jetzt auf gleich erwachsen zu werden und mit dem zurückbleibenden Schmerz zu leben.

Was, wenn das Leben anders spielt, als erwartet? Für Jules, aus dessen Perspektive wir den Roman durchleben, und seine Geschwister Liz und Marty beginnt nach dem Schicksalsschlag ein neues, unerbittliches Leben. Der Umzug ins staatliche Internat und Heim. Die Trennung der Kinder. Der nackte Überlebenskampf. Benedict Wells zeichnet hier ein wahres Psychogramm der Protagonisten, zeitgleich aber auch unglaublich feingliedriges Zeugnis dessen, wie sich Entscheidungen auf das Leben eines Jeden auswirken. Jules, Liz und Marty schlagen völlig unterschiedliche Wege ein, entwickeln sich auf ihre Weise und versuchen, mit der Situation umzugehen. Zwischen den Zeilen blicken wir tief in das Innenleben von Jules, durch dessen Augen auch auf Liz und Marty. Die einzelnen Episoden der Geschwister, sowie deren weitere kleinen Schicksalsschläge und Abzweigungen im Leben werden detailreich und fesselnd geschildert. Es ist unglaublich ergreifend und berührend, wie die Entwicklung der Dinge hier dargestellt wird. Anhand der Beziehung von Jules und dem Mädchen Alva, das ihm als Freundin während der gesamten Schulzeit zur Seite steht, wird deutlich, wie sehr das Leben sich doch in die eine oder andere Richtung entwickeln kann. Tragik, Liebe, Zuversicht und Hoffnungslosigkeit – all diese Momente arbeitet Benedict Wells in seinem Roman beinahe virtuos und äußerst empathisch heraus. Der Einfluss der Freunde, der verbliebenen Familie und die Macht der Erinnerungen sind immer Teil der Erzählung. Der Roman ist neben der großen Emotionalität durchweg subtil spannend. Wir erfahren mehr und mehr aus dem Leben der Protagonisten, Puzzleteile fügen sich nahtlos ineinander, verstörende Szenen und Inhalte in der Retrospektive. Freundschaft, Liebe und Hoffnung – aber auch die Vergänglichkeit, Sinnhaftigkeit und natürlich der Tod spielen eine zentrale Rolle. Sprachlich bleibt es dabei eher durchgängig unaufgeregt. Doch in der Sprache liegt hier die Kunst und untermalt durch die Genauigkeit und Tiefgründigkeit die Ausmaße des gesamten tragischen Spektrums. Metaphern und Wortspiele gibt es zur Genüge. Diese lassen permanent neue Bilder und Vernetzungen der Szenen entstehen, bringen beinahe eine philosophische Nuance in die Verknüpfungen. Der Roman ist bestens durchdacht, logisch konzipiert und lässt sich mehr als flüssig lesen. Ich war bereits nach den ersten Seiten wie gebannt von der Geschichte und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Zumal es viele unerwartete Wendungen und Elemente gibt, die immer wieder überraschen. Für mich war der Roman eine perfekte Darstellung der möglichen Tragik des Lebens. Es stimmt ein wenig nachdenklich und wird definitiv noch länger nachklingen! Ein tolles Buch und sicherlich eines der Highlights in 2016. Absolut empfehlenswert! 5 Sterne

    Trust - David Moody

 

Ein eigentlich normaler Tag. Ein kleines Dörfchen namens Thatcham. Der übliche Trott. Und dann plötzlich ein unbekanntes Flugobjekt am Himmel. Was tun, wenn der unglaublichste aller Fälle eintritt und Aliens die Erde „besuchen“? Was ist zu tun? Was passiert? Was wird aus der Menschheit?


Tom Winter, der Hauptprotagonist des Sci-Fi- und Dystopie-Thrillers „Trust“ von David Moody, wird mit genau diesen Fragen konfrontiert. Er ist bzgl. der Außerirdischen und deren Absichten skeptisch und hat eine recht klare Meinung zu den Geschehnissen - steht damit aber ziemlich allein. Sein Bruder Rob, seine Freundin Siobhan, Freunde und Bekannte bewerten die Situation gegenteilig. Alle vertrauen den „Aliens“, sind sofort begeistert von ihnen. Tom scheint mit seinem eigenen Standpunkt isoliert da zu stehen. Die Dinge im Ort und auf der gesamten Erde laufen weiter, es tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt ein – bis zu dem Moment, an dem sich alles rasant und unausweichlich ändert! 


Für mich war die Geschichte super zu lesen: spannend, flüssig geschrieben und in ihrer Wirkung sogar ziemlich realistisch! Sprachlich bleibt es zwar, trotz durchweg hohem Spannungs-Niveau, im gesamten Roman eher unaufgeregt / ruhig. Aber man mag das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Ich war gebannt von dem Plot, wollte wissen wie es weitergeht und war neugierig, ob denn noch etwas Gravierendes geschieht. Denn, dass noch etwas "Unerwartetes" passiert, ist eigentlich klar! Viele subtile Feinheiten und Andeutungen beleben immer wieder die Spannung. Man hat permanent ein ungutes Gefühl und wird von einer bösen Vorahnung durch den Roman getrieben. Gerade die zwischenmenschlichen Inhalte oder Szenen, die einen Schwerpunkt des Romans bilden, wirken schaurig. Die empfundene Normalität der Leute kann man gut nachempfinden, obwohl sie im Kontext der „Alien-Invasion“ eigentlich kaum logisch wirken kann. Tom und die anderen Figuren sind durchweg normal und sympathisch beschrieben. Auch der Ort Thatcham ist passend / realistisch dargestellt, die Beschreibung der Aliens glaubwürdig und die beschriebene fremde Welt der Besucher bildlich vorstellbar. Alles in allem fand ich den Roman wirklich bestens durchdacht und gut konstruiert, bzw. konzipiert. Spannend, schaurig und vorstellbar! Sollten in Zukunft also Aliens landen: Man ist gewappnet! ;-)


Ein absolut lesenswerter und somit empfehlenswerter Dytopie- / Sci-Fi-Thriller, deswegen 5 Sterne!

Orphan X: Thriller (Evan Smoak 1) - Gregg Hurwitz, Mirga Nekvedavicius

Orphan X: Thriller (Evan Smoak 1) - Gregg Hurwitz

 

Gregg Hurwitz hat mit seinem neuen Psychothriller „Orphan X“ ein hochspannndes Buch vorgelegt. Nicht umsonst hat sich Warner Bros. die Filmrechte daran gesichert und wird den Roman auf die Kino-Leinwände bringen! Das Buch hat es wahrlich in sich...

Evan Smoak, oder auch OrphanX, wird als verwaistes Kind durch Jack John als Teil eines Regierungsprogramms und innerhalb des streng geheimen Orphan-Projekts zu einem gnadenlosen Killer ausgebildet – gestählt, trainiert und nach Plan jeglicher Moral und menschlicher Gefühle beraubt. Was zählt, ist die strikte Befolgung von "Geboten" - Verhaltensregeln. Es gibt zwar nur wenige Orphans, doch die, die fertig in die Welt entlassen werden, sind so etwas wie unsichtbare Tötungsmaschinen. Lautlose und vom System vergessene, denn von der Regierung beauftragte, identitätsfreie Killer. In Evan jedoch siegt nach Jahren vieler erledigter Auftragsmorde "das Gute" und er wechselt die Seiten, steigt aus dem Projekt aus. Abgewandt vom System, mit neuer Identität, aber einer Menge Fähigkeiten. Er bleibt seinem Handwerk treu, doch sucht er sich seine Ziele nun selber aus – er wird zum Nowhere Man. Er hilft Menschen, sich ihrer Peiniger zu entledigen. 10 Gebote, die ihn leiten. 1 Nummer, die ihn ruft. Immer nur 1 Auftrag. Und doch gerät alles außer Kontrolle - und durchkreuzt seine penibel eingehaltenen und präzise durchdachten Regeln. "Gebot 4: Es ist niemals persönlich." Das ist nun anders...

Mir gefiel der Thriller sehr, sehr gut. Er ist actionreich, überraschend und durchweg spannend. Das Grundgerüst des Romans war absolut logisch und toll konzipiert. Die Figuren sind allesamt gut dargestellt und bestens durchdacht. Evan wirkt zu Anfang noch ein wenig undurchsichtig, entwickelt sich aber im Verlauf des Romans zu einer durchaus sympathischen und herzlichen Figur. Die Nebenfiguren, insbesondere Evan's „Hausmitbewohner“, lockern die Geschichte des Öfteren stark auf. Es gibt mehr als eine witzige Stelle, bei der ich herzhaft über eine Szene lachen musste! Zudem ist der Thriller so flüssig geschrieben, dass man das Buch kaum mehr aus den Händen legen mag. Insbesondere da die Story permanent neue Spannung und Action bietet. Einige Wendungen waren überraschend und unerwartet, passten aber inhaltlich gut und trugen sehr zur Klärung einiger Fragen bei. Ich fand, das Buch hatte durchweg ein gutes Niveau und es gab keine unlogischen Passagen. Gregg Hurwitz lässt den Leser zudem auch etwas tiefer in seine Protagonisten blicken. Es stellt sich immer auch ein wenig die Frage nach dem Sinn dessen, wie Orphan X handelt und entscheidet. Dabei wird jedoch nie zu sehr aufgetragen. Auch hat der Autor es vermieden, Klischees wie das große „Happy End“ zu bedienen. Das Buch hat ein Ende, mit dem man (wie ich finde) kaum rechnen konnte, aber sehr gut "leben kann". Es passt perfekt und rundet das Gesamtpaket auf beste Weise ab! Ich habe das Buch verschlungen und war tatsächlich ein wenig enttäuscht, als ich es nach über 400 Seiten zu Ende gelesen hatte. Ein gutes Zeichen, es wird nicht mein letztes Buch von Gregg Hurwitz gewesen sein! Absolute Lese-Empfehlung, 5 Sterne! 

Hades - Candice Fox

Hades - Candice Fox 

 

„Hades“, das Thriller-Debüt der australischen Autorin Candice Fox ist packend und hoch spannend - mit Suchtfaktor! Es ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, deren 2. und 3. Teil im Herbst 2016 bzw. im Frühjahr 2017 im Suhrkamp-Verlag erscheinen werden.
Zum Inhalt: Heinrich „Hades“ Archer herrscht tagsüber in einem Randbezirk von Sydney über eine florierende Mülldeponie. Nachts jedoch ist er ein angesehener wie auch gefürchteter Teil der Unterwelt, nimmt sich der Leichen an, die verschwinden und nie wieder auftauchen sollen. Doch zwei dieser vermeintlichen Leichen, zudem Kinder, sind nicht tot. Hades nimmt sie auf, gibt ihnen nicht nur ein neues Heim, sondern gleich neue Identitäten und sein Wissen mit auf den Weg. Eden und Eric Archer, einst Totgeglaubte, werden zu Cops und schweigen über ihre Vergangenheit. Bis Eden ihren neuen Partner Frank Bennett an die Seite gestellt bekommt, der nicht gerade ein geringes Maß an Neugier mitbringt. Aber in Sydney treibt zu diesem Zeitpunkt offenbar ein Massenmörder sein Unwesen und alle Polizeikräfte müssen sich auf diesen Fall fokussieren. Es stehen Menschenleben auf dem Spiel – wer wird den Lauf gegen die Zeit gewinnen? Und kann dem Geschwisterpaar tatsächlich jemand auf die Spur kommen?!
Meine Meinung: Der Thriller setzt schon auf den ersten Seiten seinen Marker und man ist gleich mittendrin in der Geschichte. Nervenkitzel, Spannung und Gänsehaut - das waren meine ersten Eindrücke beim Lesen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, welche immer wieder wechseln. Die verschiedenen Erzähler geben die Inhalte, wie nicht anders zu erwarten, nach und nach preis. Je weiter man liest, desto mehr erschließen sich die Hintergründe der Vergangenheit und die Verknüpfungen mit der Gegenwart. Alle Figuren sind gut konzipiert und entfalten im Verlauf ihre gesamte Bandbreite. Während Eric eher grobschlächtig wirkt, ist Eden die Verschlossene und Vorsichtige. Frank Bennett, Eden's neuer Partner hingegen kommt anfangs noch mit einigen Macho-Allüren daher und mimt den Coolen. Aber je weiter man liest, desto stärker kristallisieren sich die Feinheiten aller Charaktere heraus und werden umso schlüssiger. Der Schreibstil ist durchweg eingängig und der Text somit sehr gut lesbar. Die Spannung bleibt durchweg auf hohem Niveau und reißt den Leser immer weiter hinein ins Geschehen. Es gibt so manche unerwartete Wendung und man mag das Buch schon nach den ersten Seiten kaum mehr aus der Hand legen! Mir haben das Gesamtkonzept, wie auch die Story wirklich gut gefallen. Zudem ist Sydney als Schauplatz der Verbrechen eine tolle Alternative zu den herkömmlichen Orten, die meist in den USA oder GB liegen. Candice Fox hat meiner Meinung nach ein furioses, wirklich spannendes Debüt hingelegt! Nun heißt es: Warten auf Teil 2 + 3!
„Hades“ ist in meinen Augen eine Top-Leseempfehlung, deswegen 5 Sterne.

Das Flüstern der Magnolien -

Das Flüstern der Magnolien - Linda Goodnight

 

Linda Goodnight hat mit ihrem Roman „Das Flüstern der Magnolien“ ein wunderbares Familienepos über das Schicksal, Glück und Liebe vorgelegt. Dreh- und Angelpunkt ist ein Haus, das Jahrhunderte überstanden und seine eigenen Geschichten zu erzählen hat.
Die Geschichten gliedern sich in zwei Zeitschienen, die thematisch miteinander verbunden sind. Ein Erzählstrang spielt in der Gegenwart, der andere in den Jahren 1864/65. Schauplatz sind die Südstaaten der USA.
Krieg, Versehrtheit, Unsicherheit und Liebe. Auf diese Inhalte & mehr treffen die Figuren aus „Das Flüstern der Magnolien“ und müssen sich im Verlauf der Geschichte und des Kennenlernens entscheiden, ob sie bereit sind, Vertrauen zu schenken oder nicht. Eine herausfordernde Angelegenheit, wie sich herausstellen wird!
Gegenwart: Das Peach Orchard Inn – vordergründig ein gemütliches Gästehaus. Hintergründig ein Ort mit langer Tradition und eigener Geschichte. Julia, Eigentümerin des Peach Orchard Inn, hat ihr geliebtes Kind verloren – und das im wahrsten Sinne, denn ihr Sohn Alex wurde vor einigen Jahren entführt und ist seither spurlos verschwunden. Eli wurde soeben nach guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen – geläutert und verändert. Beide sind gebrandmarkte und vorsichtige Charaktere, die versuchen, das Beste aus ihrer jeweiligen Situation zu machen. Sie treffen aufeinander: Im Peach Orchard Inn.
Vergangenheit: Peach Orchard Farm, 1864 / 65. Charlotte, eine gebürtige Engländerin, die vom Vater an den Südstaatler Edgar Portland in die USA verheiratet wurde und dort nun mit ihrem kriegsversehrten Ehemann und dem gemeinsamen Sohn Ben lebt. William Gadsen, ein Captain der United States Army – strandet mit seiner verletzten und dezimierten Truppe auf der Peach Orchard Farm. William ist tief beeindruckt von der Stärke Charlottes – und mehr. Doch Charlotte ist eine verheiratete Frau, noch dazu der „Feind“.
Der Roman ist wirklich spannend, herzergreifend und tragisch! Man kommt recht schnell in die Geschichte hinein, wenn auch die Figuren anfangs sehr zögerlich und in ihrem Auftreten sehr defensiv bleiben. Man spürt förmlich die Emotionen und fühlt sich den einzelnen Figuren gleich sehr nah. Selbst die Nebenfiguren sind perfekt in den Verlauf eingebunden und auf beeindruckende Weise dargestellt. Der Schreibstil ist toll, so dass sich der Roman äußerst flüssig und gut lesen lässt. Ich war so verzaubert von der Geschichte, dass ich tatsächlich enttäuscht war, als ich das Buch nach 446 Seiten (Print) ausgelesen hatte. Ich hätte gerne noch mehr von den jeweiligen Entwicklungen gelesen und würde mir eine Fortsetzung des Ganzen wünschen!
Schön war die Verknüpfung zwischen geschichtlicher Darstellung und gegenwärtiger Realität. Jeder Zeit- und Erzählstrang für sich, wie auch im Gesamten war schön zu lesen und zudem interessant. Die Vergangenheit war sehr eindrücklich dargestellt und ich fühlte mich das ein oder andere Mal in die Zeit zurückversetzt. Insbesondere die amerikanische Zeitgeschichte bzgl. Sklavenhaltung, wie auch das vorbestimmte Leben einer Ehefrau waren teils sehr dramatisch und emotionsgeladen beschrieben. Auch die Darstellung des gegenwärtigen Erzählstrangs ergab ein absolut logisches und schlüssiges Bild und wird gut mit der Vergangenheit verknüpft. Die Charaktere waren allesamt toll konstruiert und äußerst sympathisch, die Inhalte breit gefächert. Ich konnte das Buch kaum mehr weglegen, weil man einfach mehr erfahren wollte und schlichtweg wissen musste, wie es mit den einzelnen Figuren nun weiterging. Für mich war „Das Flüstern der Magnolien“ eine sehr lesenswerte und schöne Lektüre. Herzergreifend romantisch, dramatisch und sogar ein wenig mystisch! Ich würde es jederzeit weiterempfehlen, deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

 

Extinction: Thriller - Kazuaki Takano, Rainer Schmidt

Extinction: Thriller - Kazuaki Takano

 

"Extinction" von Kazuaki Takano, ein vermeintlicher Thriller - für mich ein recht überladen wirkender Sci-Fi-Roman, der zudem teilweise langatmig und in sich nicht immer authentisch scheint.
Ein Söldner-Trupp wird in ein abgelegenes Dorf im afrikanischen Busch geschickt, um dort einen vermeintlich "mit einem für die gesamte Menschheit tödlichen Virus" infizierten Stamm auszulöschen. Der Auftrag ist klar! Doch bei Ankunft des Trupps bei den Mbutis kommen den Männern Zweifel an ihrem Auftrag. Und auch an ihren Auftraggebern. 
Japan. Ein junger Wissenschaftler wird nach dem überraschenden Tod seines Vaters in ein nebulöses und gefährlich anmutendes Projekt hineingezogen, an dem auch der Vater schon lange verdeckt gearbeteitet zu haben scheint. Es geht sich um die Entwicklung eines sehr heilsamen Medikaments, durch das viele Kinder gerettet werden könnten. Doch ist die Umsetzung tatsächlich möglich? Und wieso hängen sich plötzlich dubiose Personen an die Fersen des Wissenschaftlers und überwachen all seine Kommunikation?
USA. Der Präsident gerät in staatseigener Sache in Zugzwang. Die Erdbevölkerung scheint bedroht durch eine neue menschliche Spezies. Experten werden hinzugezogen, Beratungen und Lage-Beurteilungen gehalten, Handlungsziele gesetzt. Die neue Spezies muss ausgerottet werden. Zum Schutz der Menschheit. Doch ist das überhaupt umsetzbar?
Egal in welchem Handlungsstrang sich der Leser gerade befindet: Werden tatsächlich die richtigen Entscheidungen getroffen? Wem kann man trauen, was ist die Wahrheit hinter allem?
Meiner Meinung nach hat das Buch sein Potenzial ein wenig verfehlt. Grundsätzlich gab es einige wirklich spannende und unerwartet fesselnde Passagen und Kapitel. Doch finden sich diese Szenen erst im letzten Drittel des Buches. Zuvor wirkt es einfach nur langatmig und überladen. Man liest über viele Seiten von DNA-Strukturen, Aminosäure-Ketten halt, deren Mutationsfähigkeiten und sehr detaillierte medizinische Abhandlungen. Große Teile der ersten Kapitel handeln von mathematischen Gesetzen, Verschlüsselungstechniken oder Primfaktorzerlegung. Es macht das Verständnis der Gesamtgeschichte vielleicht verständlicher, lässt sich aber für den Laien nicht flüssig oder interessant lesen. Zudem fand ich die Idee der neu entdeckten Spezies, die übernatürlich intelligent scheint und durch eine spontane Mutation der Gene der Elternpaare zustande kommt nicht besonders überzeugend. Dass ein Wesen mit übergroßer Stirnpartie geboren wird, das schon als Kleinstkind „hoch-höchst-super-intelligent“ ist und durch besondere mathematische Fähigkeiten alle möglichen Dinge auf der Erde manipulieren kann, wirkte an mancher Stelle auf mich sogar leicht lächerlich. Ich fand die Inhalte an mancher Stelle stark an den Haaren herbeigezogen und habe somit viele Seiten einfach „überlesen“.. Mein Fall war das Buch, das auch sprachlich eher nicht eingängig auf mich wirkte, eher nicht! Die Verknüpfung der einzelnen Erzähl- und Handlungsstränge waren mit viel gutem Willen akzeptabel. Aber insgesamt hat der Autor meiner Meinung nach zu viel des Guten gewollt und sich in Details und Lächerlichkeiten verrannt. Leider überhaupt nicht meins... 2 Sterne für die doch noch überraschend spannenden Kapitel oder Absätze im letzten Drittel des Romans. Sorry...